NEU: BEITRÄGE IM BR!

Dagmar Bohrer-Glas war dieser Tage bei uns zu Besuch, hat mit uns gesprochen und uns aufgenommen.
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NEU: DER THEATERTAG!

Einmal im Monat an einem Freitag gibt es ihn jetzt: den Theatertag!
14 Euro kostet die Karte an diesem Abend. Für jede und jeden und jedes, kurz: für alle.

DER THEATERTAG in den nächsten Monaten:
10. Februar: Werther  
31. März: Die Zofen
28. April: Die Präsidentinnen
19. Mai: Nachtasyl

Der Kartenvorverkauf hat insgesamt begonnen.
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EINER VON ZEHN


Mit dem tragischen Tod unseres Theaterleiters Uwe Bertram wurde uns eine Verantwortung übertragen; eine Verantwortung mit dem Vertrauen, das uns als Team, als Ensemble in den letzten 20 Jahren geschenkt wurde, umzugehen:

Vertrauen, das unser Erbe ist, weiterhin das Haus in der Salzburger Straße mit Theater zu füllen, Geschichten erzählen zu wollen, Fragen stellen zu müssen; Vertrauen, das alle Fördergeber*innen und Sponsor*innen in uns gesetzt haben, nachhaltig und unnachgiebig, dass auch wir nachhaltig und unnachgiebig genau das tun können und vor allem in dem beruhigenden Wissen, dass unsere Kunst keine Rechtfertigung braucht; Vertrauen, das in unserem Publikum gewachsen ist, das uns vor allem in den letzten Pandemie- und Krankheits-geplagten Jahren fast wie selbstverständlich die Treue gehalten hat, uns geholfen hat zu spüren, dass es auch in Zeiten theatraler Stille ein offenes Ohr für uns hat; und zu guter Letzt das Vertrauen, das wir uns gegenseitig geben, weil hier in der Salzburger Straße nicht nur 20 Jahre Theater gemacht wurde, weil hier mit viel Geduld von allen Seiten ein lebendiges Ensemble gewachsen ist und Vertrauen auch die Basis darstellt, für das was war, für das was kommt. Wir machen weiter: Weil wir vertrauen.
Wir sind zehn und wir machen weiter. Wir haben Gespräche geführt und Pläne ausgeheckt, uns zusammengesetzt und -geschlossen, Unterschriften geleistet und Formulare ausgefüllt, uns den Kopf zerbrochen und Tränen vergossen, erst tragische zwar, aber auch Tränen des Glücks, und jetzt wollen und dürfen und können wir erst einmal stolz auf uns sein.
Denn das Theater ist ein Pyrophyt. Eine Pflanze, die angepasst ist an die Einwirkung von Feuer, ja durch dieses sogar gefördert wird. Kein Phönix aus der Asche, sondern eine Korkeiche, eine Regenbogenpflanze, ein Mammutbaum. Ein Gewächs, das der Welt trotzt und – noch viel mehr – von allen Absurditäten, allem Schmerz, allen Sorgen, aller Not sogar gespeist wird. Das ist nicht makaber, das ist kathartisch.
Wir machen weiter und – weil uns gar nichts anderes übrig bleibt – wir setzen auf uns. Denn das soll unsere erste Aufgabe sein, uns für das Vertrauen zu bedanken, indem wir ein Zuhause schaffen: ein Zuhause für das Ensemble, einen Ort, an dem Vertrauen weiter wachsen kann, einen angstfreien Raum, eine Erbswurst für die Kunst.
Wir machen weiter und – das ist beinahe das Schönste an unserem Beruf – wir setzen auf euch. Denn das wird unsere zweite Aufgabe sein, uns für das Vertrauen zu bedanken, indem wir ein Zuhause schaffen: ein Zuhause für unser Publikum, einen Ort das Fragens, des Träumens, des Wunderns, des Weinens, des Lachens, einen Raum für Gespräche, fürs Schweigen und für das ein oder andere betreute oder unbetreute Getränk.
Mit dem neuen Jahr wird die neu gegründete Theater Wasserburg GmbH ihren Betrieb aufnehmen und Verantwortung tragen, zehn Künstler*innen und dem Publikum ein Zuhause zu sein, allen Fördergeber*innen und Sponsor*innen ein treuer Partner und dem Theater ein demütiges Kind.
Also wird sich bedankt – mit einer Verbeugung und mit Applaus – und es bedanken sich:
Constanze Dürmeier, Andreas Hagl, Susan Hecker, Amelie Heiler, Hilmar Henjes, Carsten Klemm, Nik Mayr, Rosalie Schlagheck, Annett Segerer und Regina Alma Semmler bei der Stadt Wasserburg, dem Land Bayern, dem Landkreis Rosenheim und dem Bezirk Oberbayern, bei meine Volksbank Raiffeisenbank eG, bei der Kaffeerösterei Rechenauer und bei unserem Förderverein für die Unterstützung und die Großzügigkeit, bei der Bar Helmut für die Gastfreundschaft, bei Peter Dörr für die Beratung, die Rückendeckung und die Herzlichkeit, bei unserem Publikum für die Treue, für die Offenheit und den Applaus und bei Uwe Bertram, der uns den Weg dafür geebnet hat.
Und zu guter Letzt bedanke ich mich. Bei euch allen. Denn auf seine eigene absurde Weise beginnt hier eine kleine Utopie gerade Wirklichkeit zu werden und ich kann nur hoffen und wünschen, dass ihr alle ein Teil davon sein und bleiben werdet.

Nik Mayr, Einer von zehn

              Fotos: Christian Flamm